Deutschland

Mike und Sukey Perry sind in der Saison 2013 mit ihrer 43.9 Grand Sturdy mit Namen „Salamander II“ von Maasbracht über Berlin und die Mecklenburgische Seenplatte nach Lübeck gefahren. Da sind wir also: kurz vor der Doppelschleuse auf einem brandneuen Kanal in den Niederlanden – dem Veenvaart-Kanal, der Erica mit Ter Apel verbindet. Es ist der bisher wärmste Juniabend und es scheint, als wären alle Einwohner von Erica und Emmen an diesem Abend hergekommen, um einen Blick auf den Kanal zu erhaschen. Manche kommen mit dem Fahrrad, andere zu Fuß, auf Inlineskates, Motorrädern oder Quads. Zwei der Schaulustigen sind sogar hierher geschwommen. Sie haben einfach ihre Kleidung abgelegt, sind ins torfige Wasser gesprungen und dem Sonnenuntergang entgegen geschwommen. 

Das Revier, das zwischen der Ostsee im Norden, der Oder im Osten, der Elbe im Westen, der unteren Havel im Südwesten und dem Oder-Spree-Kanal im Südosten liegt, ist wohl eines der größten Wassersport­reviere Europas. Weit über 2700 km verbundener Seen, Flüsse und Kanäle bilden ein unerschöpflich dichtes Netz befahrbarer Wasserwege unterschiedlichster Ordnung. Sie liegen überwiegend in den Bundesländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, eine der geschichtsträchtigsten Regionen Deutschlands, etwa mit der Historie der Hanse, den edlen Junkern Vorpommerns, den Preußenkönigen oder dem Einfluss holländischer Prinzessinnen, aber auch mit fleißigen Handwerkern. Russische und französische kulturelle Einflüsse sind überall zu beobachten, auch Wien hat seinen Anteil. Das Ergebnis ist eine Region, die an Vielfalt und Unterschiedlichkeit von Kunst und Geschichte ihresgleichen sucht.

Wie der Lübecker Kaufmann und Lichtplaner Martin Stratmann mit seiner Frau Dagmar sowie vielen Freunden und Gästen seine Träume lebt. Ein Porträt auch einer wunderbaren Landschaft. Eine Reise entlang der westlichen Ostseeküste und durch die angrenzenden Binnenreviere. Einen positiven Linssen-Infekt und den Drang, aufs Wasser zu kommen, ohne nass zu werden, hatten wir schon immer. Noch bevor wir unser Haus direkt am Fluss, der Trave, hier am Lübecker Altstadtrand fanden, dieses dann 3 Jahre lang sanierten und endlich im Mai 1994 bezogen, hatten wir bereits unser erstes Motorbötchen. Noch vor dem Einzug ins Haus kam ein arbeitsintensiver Motorsegler (Eiche auf Eiche) hinzu. Wasser hatten wir ja genug.