Seit Fertigstellung des Kanals im Jahr 1620 litt die Region um den Finowkanal unter zahlreichen politischen Konflikten. Nach dem Kanalbau kam der Krieg. Soldatenhorden zogen wieder und wieder durch die Region und hinterließen ein Bild der Zerstörung. Was blieb, fiel der jahrzehntelangen Vernachlässigung und Verschmutzung durch die Industrie während der langen Zeit der kommunistischen Diktatur zum Opfer.
The Finow Canal

The Finow Canal

Der Finow Canal. Unser alter Kanal

Lieblich kann man ihn nicht nennen, unseren Finowkanal. Burgen und Schlösser fehlen an seinen Ufern. Ein freundliches Café oder ein verlockend duftendes Restaurant sucht man zumeist noch vergebens. Von den Weinbergen der Mönche des Klosters Chorin ist wenig übrig geblieben.

Schiffshebewerke Niederfinow

Wenn Sie, lieber Linssen Charter Gast, es eilig haben, folgen Sie dem parallel verlaufenden Oder-Havel-Kanal, und Sie erreichen in wenigen Stunden von der Havel aus die Schiffshebewerke in Niederfinow oder die Schleusen in Hohensaaten.
Vielleicht aber nehmen Sie sich zwei oder mehr Tage Zeit für Ihre Bootsfahrt auf einem einzigartigen historischen Wasserweg, dessen vierhundertjähriges Jubiläum seiner Fertigstellung wir in diesem Jahr begehen. Vielleicht fasziniert es Sie, am Rande Ihrer Fahrt Relikte aus der Pionierzeit der deutschen Industrialisierung zu sehen, ihre Geschichte zu hören, die Menschen an den Ufern kennenzulernen? Vielleicht finden Sie und Ihre Crew es spannend, die zwölf historischen und noch immer handbetriebenen Schleusen aus den 1870er Jahren zu erleben an Bord Ihrer Linssen charteryacht? Und vielleicht kennen Sie nicht viele Wasserwege, die auf so vielfältige Weise wie unser Finowkanal Naturerlebnis und Technikgeschichte verbinden?

Nach der Einfahrt in den „Langer Trödel“ genannten Teil des Finowkanals bei Liebenwalde fahren Sie zunächst durch einen kürzlich restaurierten Abschnitt des Finowkanals, vorbei am drei Kilometer langen Ort Zerpenschleuse, und queren nach dem Passieren der dortigen Schleuse den Oder-Havel-Kanal. Nach wenigen Kilometern gelangen Sie zur Schleuse Ruhlsdorf. Hier ermöglicht Ihnen der ebenfalls kürzlich erneuerte Teil des Werbellinkanals einen Abstecher zum Werbellinsee, der mit Ausflügen in die Biosphäre Schorfheide-Chorin lockt und auf dessen Grund noch immer elf Ziegelkähne ein begehrtes Ziel für die Taucher aus Nah und Fern bieten. Fahren Sie jedoch weiter auf dem Finowkanal, durch die Schleusen Ruhlsdorf, Leesenbrück und Grafenbrück, so sehen Sie bald an Steuerbord die Mündung des Flüsschens Finow, das dem Kanal und der Region ihren Namen gab. Bald bieten Ihnen die Anleger der Marina Eisvogel oder der Wasserwanderrastplatz Finowfurt Platz für eine Rast oder zur Vorbereitung auf die Weiterfahrt am nächsten Tag. 

Ein Konvoi von Dampfbooten oder der historische Ziegelkahn Concordia

Weiter geht es dann mit Ihrer Motoryacht vorbei durch die Schleuse Schöpfurth, nach der Sie bereits ein Zeugnis der deutschen Industriegeschichte erwartet. Legen Sie im so genannten Messingwerkhafen an und besuchen Sie die Messingwerksiedlung, den über 100 Jahre alten Wasserturm von Paul Mebes oder die acht Kupferhäuser aus den Jahren 1931/32, deren jüngstes und kleinstes, das Haus „Sorgenfrei“, vom berühmten Bauhaus-Architekten Walter Gropius gestaltet wurde. Gern dürfen Sie die Unterstützung der ehrenamtlichen „Finowkanal-Lotsen“ beanspruchen, die Sie – sofern zeitlich möglich – gerne ein Stück Ihres Weges begleiten.

Ihre Fahrt führt sodann vorbei an weiteren Zeugen aus der Zeit der Industrialisierung zur Stadt Eberswalde, wo Sie dienstags und freitags auf dem Wochenmarkt Ihre Vorräte um frische Produkte aus der Region ergänzen können. Lassen Sie sich bei einer Stadtführung die Geschichte der Stadt Eberswalde erzählen, die in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkriegs, bis dahin unversehrt, von der deutschen Luftwaffe zu Trümmern bombardiert wurde.
Nun senkt sich der Finowkanal dem Tal der Oder entgegen. Nach der stillen Weiterfahrt durch die unberührte Natur des Finowtals, an dessen Südhängen bei der Ortschaft Niederfinow einst die Mönche des nahen Klosters ihren Wein anbauten, ragen bald vor Ihnen das alte und das neue Schiffshebewerk empor. Hier vereinen sich Oder-Havel- und Finowkanal und streben gemeinsam im alten Bett des historischen Finowkanals der Oder entgegen.

Sollte Ihnen auf Ihrer Fahrt ein Konvoi von Dampfbooten oder der historische Ziegelkahn CONCORDIA begegnen, so findet Ihre Reise in der Woche um den 21. Mai statt, in der wir das vierhundertjährige Bestehen unseres Kanals mit einer Reihe von Veranstaltungen würdigen.

Falls Sie unseren Kanal auch ohne Schlösser und Burgen lieblich gefunden haben sollten, so werde ich Ihnen nicht widersprechen.

Weitere Informationen: www.unser-finowkanal.eu

Prof. Hartmut Ginnow-Merkert
Vorsitzender
Unser Finowkanal e.V.
Melchower Ring 43
16244 Schorfheide
Tel. +49(0)3335 32 50 48
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www.unser-finowkanal.de

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