10. Mai 2017. Wir fliegen aufgeregt nach Maasbracht, wo die Linssen 45.9 geputzt und mit Welcome-Drink auf ihren neuen Eigner wartet. Udos seit Langem erträumtes und angepeiltes Ziel: die schwedischen Schären.

Mike und Sukey Perry sind in der Saison 2013 mit ihrer 43.9 Grand Sturdy mit Namen „Salamander II“ von Maasbracht über Berlin und die Mecklenburgische Seenplatte nach Lübeck gefahren. Da sind wir also: kurz vor der Doppelschleuse auf einem brandneuen Kanal in den Niederlanden – dem Veenvaart-Kanal, der Erica mit Ter Apel verbindet. Es ist der bisher wärmste Juniabend und es scheint, als wären alle Einwohner von Erica und Emmen an diesem Abend hergekommen, um einen Blick auf den Kanal zu erhaschen. Manche kommen mit dem Fahrrad, andere zu Fuß, auf Inlineskates, Motorrädern oder Quads. Zwei der Schaulustigen sind sogar hierher geschwommen. Sie haben einfach ihre Kleidung abgelegt, sind ins torfige Wasser gesprungen und dem Sonnenuntergang entgegen geschwommen. 

Matti Pitkänen kaufte seine Linssen Grand Sturdy 34.9 AC „TUR 35“ über den Linssen-Dealer Proficon und beschloss, seine Yacht persönlich auf der Werft in den Niederland abzuholen und nach Hause zu bringen. Am 12. Mai 2014 starteten wir zu unserer Reise in Maasbracht. Zunächst ging es per Lkw nach Heiligenhafen in Norddeutschland, wo die Yacht am 14. Mai zu Wasser gelassen wurde.

Die Themse im Vereinigten Königreich ist mit Sicherheit einer der die Fantasie am meisten anregenden Flüsse Europas. Das Prädikat „königlich“ erscheint mir für diese 346 Kilometer lange Wasserstraße mehr als angemessen. Diesen Fluss an Bord einer Linssen Grand Sturdy 34.9 AC zu befahren, empfand ich deshalb als besondere Ehre. Als Peter Cornel, Paul und mich einlud, im Oktober 2013 von der Linssen-Boating-Holidays-Basis „Hobbs of Henley“ durch die Szenerien von „Inspector Barnaby“ zu fahren, hatte ich jedoch einige Vorbehalte. Ich verbinde den Herbst noch immer mit ungemütlichem Regenwetter und die Kombination aus dieser Vorstellung und England schien mir daher die Garantie für eine eher durchnässte Reiserfahrung. Nichts sollte sich als weniger wahr herausstellen als das.

Jahr für Jahr besuchen mehr Boote unter ausländischer Flagge Finnland, viele davon im Zuge eines Ostseetörns. Einige fahren nur die finnische Küste entlang und erfreuen sich an den tausend Inseln. Finnland besitzt eine relativ lange Küstenlinie, die an der schwedischen Grenze bei Tornio, dem nördlichsten Punkt des Bottnischen Meerbusens, beginnt und die sich bis zur russischen Grenze am östlichen Ende des Finnischen Meerbusens erstreckt. Hinzu kommen die Åland-Inseln, die fünfzig Meilen vor der Südwestecke des Festlandes mitten in der Ostsee liegen.
Der südwestliche Archipel und die Åland-Inseln bilden zusammen das Schärenmeer (auch Archipelsee). Mit seinen 40.000 Inseln ist es der größte Archipel Europas und einer der größten weltweit. Seine windgeschützten Gewässer bilden ein wahres Wassersportparadies.